Downtown Seattle im Schnelldurchlauf

Von Michael
Dieser Post ist Teil der Serie Pacific North West: Seattle & Vancouver
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Seattle mag uns: Wie schon zum Auftakt der Tour vor fast drei Wochen scheint die Sonne aus einem wolkenlos blauen Himmel und die Temperaturen heute sollen an den 30°C kratzen. Untypisch für diese Ecke der USA, die eigentlich eher an schottisches Wetter gewöhnt ist, aber perfekt für uns.

Die Nacht in unserer AirBnB-Unterkunft in Columbia City war entspannt. Nur das Frühstück fällt ein wenig spärlicher aus als sonst, unsere Vorräte haben wir auf der gestrigen Etappe fast komplett dezimiert.

Der Plan für heute: Möglichst viel von Seattle sehen, bevor morgen früh der Flieger zurück nach Hause geht. Angepeilt sind die Klassiker, also der Pike Place Market und die Seattle Space Needle, außerdem das EMP Museum, das speziell auf Christophers Wunschliste steht. Ansonsten schauen wir, wohin uns der Weg führt.

Ab nach Downtown Seattle

Wir starten um kurz nach 9 in Richtung Stadtzentrum und bessern gleich beim 7-Eleven um die Ecke unseren Tagesproviant auf. Unsere Ecke von Columbia City ist ein typisches Wohnviertel der Mittelschicht mit Einfamilienhäusern und wenigen kleineren Wohnanlagen, dass am Westufer des Lake Washington liegt. Das Viertel ist sehr divers und man findet hier Menschen, Läden und Restaurants mit südamerikanischem, afrikanischem und asiatischem Hintergrund. Das Viertel ist auch eine Hochburg der Demokratischen Partei und in vielen Vorgärten stehen Schilder für demokratische Kandidierende für das US-Repräsentantenhaus und das Staatsparlament von Washington. Nur Werbung für Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton scheint die Unterstützung nicht allzu stark zu sein. Ein einzelner Bewohner scheut sich trotzdem nicht, seine republikanische Gesinnung zu zeigen und hat sein Haus in eine Werbetafel für den chancenlosen Gouverneurs-Kandidaten der Republikaner verwandelt.

Wie viele US-Metropolen hat Seattle in den letzten 20 Jahren eine Menge Geld in die Hand genommen, um sein ÖPNV-Netz zu verbessern. Nach vielen Jahrzehnten, in denen man vor allem auf das private Auto und ansonsten auf Busse gesetzt hatte, gönnte man sich ein Light-Rail-Netz (In Deutschland entspricht das am ehesten einer Kreuzung aus Straßen- und S-Bahn), das seither kontinuierlich ausgebaut wird und das den Flughafen SeaTac im Süden über Downtown Seattle mit den nördlichen Vororten verbindet.

Die nächste Station Columbia City liegt 1,5 Meilen nordwestlich von uns und wir entscheiden uns wegen des grandiosen Wetters für den Fußweg (Es hätte auch eine Busverbindung gegeben). Fahrkarten gibt es direkt am Bahnsteig, wie in Vancouver aber in Form einer Plastikkarte, auf die man verschiedene Einzeltickets oder Dauerkarten laden kann. Für den Tagespass nach Downtown zahlen wir 5 $, dazu kommen weitere 5 $ Pfand auf die ORCA card, die man theoretisch wiederbekommt, wenn man die Karte in einer der Verkaufsstellen von Sound Transit zurückgibt. Das würde uns natürlich den Heimweg abschneiden und wir behalten die Karten für den nächsten Besuch. Generell ist das papierlose Ticketsystem aber meiner Meinung nach eine gute Idee und das Preissystem ist simpel und verständlich – zum Beispiel verglichen mit München 😉

Südlich vom Stadtzentrum fährt die Bahn oberirdisch und wir kommen durch weitere Wohnviertel mit schönem Blick über den Puget Sound, vorbei am Safeco Field, dem riesigen Baseball-Stadion und direkt daneben dem Century Link Field. Dann folgt Chinatown und die Bahn verschwindet im Downtown Transit Tunnel, an dem die vier innerstädtischen Stationen liegen. Die Züge sind ziemlich voll, aber nach nur 20 Minuten sind wir am Ziel und kommen an der Westlake Station inmitten der Wolkenkratzer wieder ans Tageslicht.

Pike Place Market & Waterfront

Ziel Nr. 1: Der Pike Place Market, der ein paar Blocks entfernt oberhalb der Elliott Bay liegt. Auf einem dreieckigen Gelände zwischen Pike Street, Pike Place und Western Avenue findet man hier auf mehreren Ebenen den größten öffentlichen Markt Seattles, der 1907 in Betrieb ging. Von frischem Fisch, Meeresfrüchten, Obst und Gemüse aus der Region auf der Hauptebene bis zu Antiquariaten und kleinen Buchläden findet man hier schlicht alles. Dazwischen gibt es ein unüberblickbares Angebot an chinesischen Garküchen, Fish & Chips-Ständen und Restaurants. Die meisten der Stände sind dabei immer noch in der Hand von Kleinunternehmern, große Ketten und Marken konnten hier erfolgreich draußen gehalten werden.

Seattle Pike Place
Der Eingang zum Pike Place Market

Dass der Markt sich bis heute halten konnte ist dabei fast schon ein Wunder: In den 1960er Jahren war er zum Abriss vorgesehen und das begehrte Grundstück in Ufernähe sollte mit einem der gesichtslosen Einkaufszentren/Bürokomplexe/Shoppingcenter überbaut werden, wie sie typisch für die Zentren von US-Großstädten sind. Auf Initiative von Händlern und Anwohnern konnte eine Bürgerinitiative nach langem Streit mit Bürgermeister und Stadtrat den Erhalt des Marktes erkämpfen, der 1971 unter Schutz und städtische Verwaltung gestellt wurde. Seither wurden die historischen Gebäude restauriert und der ursprüngliche Charakter der Markthallen und des Warenangebots weitgehend erhalten.

Beim Gang durch die Hallen fühlt man sich wirklich ein wenig aus der Zeit gefallen. Besonders auf der Hauptebene ist das Angebot an Meeresfrüchten verlockend und trotz der Menschenmassen kann man sich nicht satt sehen an den Köstlichkeiten. Für ein Mittagessen ist es noch deutlich zu früh, wir merken uns aber gleich mal einen Fischimbiss für später vor.

Seattle Waterfront
Ein ziemlicher Schandfleck: Das Alaskan Way Viaduct soll aber bis 2020 durch einen Tunnel ersetzt sein

Vom Pike Place Market aus steuern wir den Waterfront Park am Ufer an. Hier am Wasser hat Seattle leider so überhaupt nichts Einladendes (abgesehen vom Panorama der Berge des Olympic National Parks am anderen Ufer des Puget Sounds). Entlang des Ufers führt auf Betonstelzen der doppelstöckige Alaskan Way Viaduct, ein Beton-Monstrum das die Stadt vom Wasser abschneidet. Glücklicherweise ist momentan ein Tunnel als unterirdischer Ersatz im Bau und die Hochstraße soll bis 2020 verschwunden sein. Was dann möglich ist konnte man in San Francisco bewundern: Dort ist nach dem Abriss einer Hochstraße eine einladende Uferpromenade entstanden, die zu einem der Hauptanziehungspunkte der Stadt wurde und die ehemaligen Hafengebäude für Tourismus und Gastronomie erschlossen hat. Für Seattle kann man sich das nur wünschen, momentan gibt es abgesehen vom Seattle Great Wheel, einem Riesenrad auf dem Pier und dem Seattle Aquarium am Wasser nur wenig Grund, sich den Weg zum Ufer zu machen.

EMP Museum

Weiter geht es Richtung Norden zum Seattle Center. Hier wartet das meistfotografierteste Gebäude der Stadt, die Seattle Space Needle. Der 184 Meter hohe Turm wurde für die Weltausstellung 1962 gebaut und prägt seither die Skyline Seattles. Die Fahrt zur Aussichtsplattform sparen wir uns heute, unser Ziel liegt direkt nebenan und sieht merkwürdig aus.

Das EMP Museum [Update: Seit November 2016 firmiert es als Museum of Pop Culture oder MoPOP] bekam zur Eröffnung im Jahr 2000 ein Gebäude des Stararchitekten Frank Gehry spendiert, über das die Meinungen auseinandergehen. Der Architekt selbst bevorzugte den Vergleich mit einer zertrümmerten E-Gitarre, Kritiker haben die bunten und verdrehten Formen aber auch schon als „something that crawled out of the sea, rolled over, and died“ bezeichnet. Wie auch immer, uns interessiert das Innenleben 🙂

Im Museum warten verschiedene Abschnitte mit eigenen Ausstellungen auf uns. Los geht es mit „Star Trek: Exploring New Worlds„. Ich bin zwar kein Trekkie, aber in der Ausstellung zum 50. Jubiläum des Star Trek-Universums gibt es doch einiges mit Wiedererkennungswert. Neben Originalkostümen aus den verschiedenen Star Trek-Serien ist hier die originale Brücke der USS Enterprise aufgebaut, man kann sich in einer Borg-Regenerationskammer als assimilierter Maschinensklave fotografieren und an der Decke hängen die echten Filmmodelle der Sternenflotten-Raumschiffe von der ersten Enterprise bis zur USS Voyager. Ziemlich cool, wenn auch zugegebenermaßen ein bisschen nerdy 😀

Nebenan geht es weiter mit der Indie Game Revolution, wo mehr als 40 Werke von Independent-Spieleentwicklern bewundert und live ausprobiert werden können. Sehr verlockend, aber zum Zocken ist die Zeit zu schade.

Seattle EMP Museum
Kleine Gaming-Pause 😉

Kern des Museums ist natürlich die Musikszene Seattles angefangen bei Jimi Hendrix bis zu den 1990ern mit dem Erfolg des Grunge von Kurt Cobain und Nirvana. Von der Guitar Gallery, die von den Anfängen bis hin zur seltsamsten Abwandlung Gitarren aus zweieinhalb Jahrhunderten präsentiert über die Ausstellungen zu Hendrix und Cobain – hier könnte man Tage zubringen. Im Obergeschoss wartet noch ein Do-it-yourself Tonstudio, wo man sich an allen gängigen Instrumenten ausprobieren und sogar seinen eigenen Track mixen kann.

Zum Abschluss wird es noch ganz seltsam: Eine Ausstellung mit Kleidern aus Holz, Metall, Kunststoff und anderen ungewöhnlichen Materialien. Optisch bieten fast alle der Kreationen etwas fürs Auge, Aufmerksamkeit ist auch garantiert, aber der Tragekomfort dürfte das Problem sein.

Nach fast drei Stunden kommen wir wieder ans Tageslicht, die 25 $ Eintritt waren bestens investiert.

Das Starbucks-Imperium

Auch zurück zum Pike Place Market geht es zu Fuß, diesmal für das überfällige Mittagessen. Gegenüber vom Hauptgebäude der Markthallen liegt Jack’s Fish Spot, ein Fischstand mit passendem Imbiss. Es gibt nur 10 Sitzplätze direkt an der Edelstahltheke und man kann beim Essen direkt beim Fische zerlegen zuschauen. Neben klassischen Fish and Chips gibt es auch Kombinationen mit Lachs, Heilbutt, Austern, Garnelen oder Jakobsmuscheln, außerdem Fischsuppe und Krabben oder Shrimps. Heute ist Gönnung angesagt: 1x Jakobsmuscheln, einmal Garnelen, einmal Fish and Chips. Alles absolut frisch und geschmacklich genial. Und 8,99 $ für 8 frittierte Jakobsmuscheln sind auch preislich mehr als ok.

Seattle Pike Place
Prawns & Chips

Weg vom Lokalen, hin zum Global Player: Neben Microsoft und Amazon hat auch die erfolgreichste Kaffehaus-Kette ihren Ursprung in Seattle. Das ursprüngliche Stammhaus wurde zwar abgerissen, aber an der Ecke Pike St/1st Ave steht Filiale Nr. 2 von Starbucks, die immer noch aktiv ist. Rein optisch ist hier wenig anderes zu erwarten als in jedem anderen Starbucks, aber es gibt ein paar Extras, die man nur hier findet. Dazu gehören Kaffeebecher im alten Firmendesign und ein paar besondere Kaffeeröstungen, die auch nur hier verkauft werden. Ich habe hier eigentlich mit Schlangen von Touristen gerechnet, aber es ist nicht mehr los als an jedem anderen Kaffeetresen.

Seattle Pike Place
Ein Starbucks mit historischem Wert

Bisher fehlt uns noch ein Aussichtspunkt, von dem aus man ein wenig Überblick über Downtown Seattle bekommt. Die Space Needle und ein paar der Wolkenkratzer haben Aussichtsplattformen, die aber immer auch fürstliche Preise verlangen. Ein eher geheimer Tipp ist das Columbia Center, mit 286 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Neben der Aussichtsplattform ganz oben gibt es im 30. Stock die Sky Lobby, die frei zugänglich ist und genauso gute Ausblicke bietet wie das teure Aussichtsdeck ganz oben. Wir folgen der 2nd Avenue ein paar Blocks nach Süden, kommen am modernen Rathaus von Seattle vorbei und müssen unseren Weg durch das dreistöckige Einkaufszentrum am Fuß des Columbia Centers finden, bevor wir eher zufällig den richtigen Aufzug zur Sky Lobby finden. Das Beste: Es gibt schon wieder eine Gelegenheit zur Kaffeepause, Starbucks hat auch hier oben mit einer Filiale Fuß gefasst 🙂 Den Ausblick über den Puget Sound im Westen, die Hochhäuser bis zur Space Needle im Norden und über den Lake Washington zu den Bergen im Osten kann man mit einem heißen schwarzen Kaffee gleich doppelt genießen.

Pioneer Square & Underground Tour

Vom Columbia Center geht es hügelabwärts nach Pioneer Square, das anders als zu erwarten kein Platz, sondern ein Viertel südlich von Downtown ist. Ähnlich wie in Gas Town in Vancouver haben sich hier noch Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende gehalten, meistens aus Backstein mit aufwändigen Verzierungen. Die auffälligsten Gebäude sind der elegante Smith Tower und das Pioneer Building. Aber auch diese letzte historische Enklave war in den 1960ern in Gefahr zu verschwinden. Damals wurde das historisch Seattle Hotel durch ein Parkhaus aus Beton ersetzt und dieser Vorbote der geplanten Stadterneuerung war Startpunkt einer Bürgerinitiative, die erfolgreich für die Rettung von Pioneer Square kämpfte. Heute ist die Gegend ein Anziehungspunkt für Besucher mit vielen Cafés, Restaurants und Galerien. Und Ausgangspunkt für die Seattle Underground Tour.

Underground? Ja. Seattle war bei seiner Gründung im 19. Jahrhundert eine Ansammlung von fast ausschließlich aus Holz errichteten Gebäuden, die größtenteils auf Schwemmland am Ufer des Puget Sound standen und entsprechend anfällig für Überflutungen waren. Dazu kamen sanitäre Probleme, weil Toiletten und Abflüsse mangels Gefälle oft zurück stauten und die Wohnhäuser unter Wasser setzten. Beliebt war damals, die eigene Toilette auf ein Podest zu setzen, das minimal höher lag als das der Nachbarn 😉

Nachdem 1889 der Großteil der Stadt einem Brand zum Opfer gefallen war, nutzte man die Gelegenheit, diese Schwächen beim Wiederaufbau auszumerzen. Das Straßenniveau sollte um ein Geschoss angehoben werden, deshalb wurden die neuen Steingebäude mit einem Kellergeschoss auf altem Straßenniveau errichtet. Dann wurden zwischen Straße und Gehsteigen beidseitig Steinwände errichtet, in die Zwischenräume Schlamm und Geröll von den Hügeln über der Siedlung eingespült und schon hatte man neue Straßen auf höherem Niveau. Fehlten noch die Gehsteige: Anfangs wurde das Niveau zwischen den noch tief gelegenen Gehsteigen und den hohen Straßen mit Leitern überwunden, bis die Bereiche zwischen Straße und Gebäuden schließlich mit Gewölben abgedeckt wurden, auf denen die heutigen Gehsteige verlaufen. Die alten Gehsteige darunter blieben zugänglich und bilden heute den Seattle Underground.

Die Abschnitte des Underground wurden lange noch von den Besitzern der anliegenden Gebäude als Lagerraum genutzt, zu Zeiten des Goldrauschs am Yukon, der die Stadt zum Basislager durchreisender Pionieren machte, gab es hier unten Läden und sogar Bankschalter, um die Menschenmassen bewältigen zu können. Später wurde der Underground aus Sorge vor Ratten und Seuchen versiegelt und blieb dadurch weitgehend im Originalzustand erhalten, bis er in den 1960er Jahren als Touristenattraktion wiederentdeckt wurde.

Seit dieser Zeit gehört Bill Speidel’s Underground Tour zum Pflichtprogramm für Seattle-Besucher. Für 20 $ kann man in der Gruppe drei Abschnitte des Undergrounds unter dem Viertel Pioneer Square erkunden, zum Einstieg gibt es noch eine Einführung zur Stadtgeschichte mit einer Menge lokalem Humor. Die Tour durch das Viertel und hinunter unter das Straßenniveau dauert etwa 90 Minuten, in denen wir an Überbleibseln alter Geschäfte, verlassenen Toiletten, Badewannen, Treppen ins Nichts und dem Tresorraum einer Bank vorbeikommen. Alles in allem ein spannender Blick zurück in die Pionierzeit, immer wieder untermalt mit spaßigen Infos zu ehemaligen Bewohnern des Viertels und zur Geschichte der Gebäude. Man sollte sich nur auf einige Treppen einstellen, vielleicht nicht gerade in bester Kleidung in den Underground hinuntersteigen und auch Platzangst ist eher ein Hindernis.

Koffer packen

Nach 18 Uhr sind wir geschafft und steuern für den Heimweg die Light Rail an. Die Pioneer Square Station liegt in einer ziemlich beeindruckenden unterirdischen Halle im Downtown Transit Tunnel, ich bin mir fast zu 100% sicher, dass ich diese Location aus einem Film kenne. Wir geraten zwar mitten in den abendlichen Pendlerverkehr, sind aber nach 25 Minuten wieder in Columbia City. Auf dem Fußweg zurück stoppen wir noch für ein paar Nudeln und Tomatensoße bei 7-Eleven, für mehr fehlt heute der kulinarische Elan. Das Gleiche gilt für den Abstecher zum Lake Washington, den ich eigentlich noch fest vorhatte. Auch die Chance, die Skyline von Downtown Seattle noch einmal bei Nacht zu sehen, tauschen wir lieber gegen ein paar Extrastunden Schlaf 🙂

Seattle Downtown
Im Downtown Transit Tunnel

Statt entspanntem Feierabend bleibt noch die undankbarste Aufgabe jedes Roadtrips: Auto ausräumen. In drei Wochen sammelt sich so einiges an, das eher in den Müllbeutel als ins Gepäck gehört. Die Kühlbox haben wir in weiser Voraussicht gestern im Hotelzimmer in Boise „vergessen“, die übrigen Vorräte essen wir so gut es geht auf oder ergänzen mit den länger haltbaren Sachen Elenas Küchenvorräte. Nach einer Behandlung mit Handfeger und Kehrschaufel sieht das Innere des Autos auch wieder so aus, dass man es bei der Abgabestation losbekommen könnte.

Die wundersame Gepäckvermehrung hat auch wieder zugeschlagen, in der Summe kamen bei uns fast 8 Kilo an Souvenirs und neuen Errungenschaften dazu, vom Campinggeschirr bis zum Kaffeebecher von Tim Hortons. Nach ein bisschen Logistik stehen am Ende drei Koffer unter 25 Kilo Gewicht vor uns und wir holen uns vor dem Rückflug noch an Schlaf, was wir bekommen können.

Bleibt noch das Fazit zu Seattle: Mehr als die absoluten Notwendigkeiten haben wir heute leider nicht geschafft und ein Extratag in der Stadt wäre schön gewesen. Leider überschätzt man bei der Planung dann doch immer den Elan und die Aufnahmefähigkeit, die am Ende noch übrig bleibt. Was hätte man noch tun/sehen können?

  • Ein Ausflug zum Lake Washington inklusive Seward Park und ein entspanntes Frühstück in einer der von Elena empfohlenen Bäckereien im Viertel wäre super gewesen
  • Auch nördlich von Downtown hat die Stadt einiges zu bieten, in diesen Vierteln waren wir überhaupt nicht
  • Per Fähre kann man einen schnellen Abstecher nach Vashon Island im Puget Sound machen, eine ruhige kleine Insel abseits vom Großstadtstress
  • Nachtleben und so, haben wir diesmal mangels Schlaf ausfallen lassen
  • Der Ausblick vom Kerry Park auf die Skyline gehört eigentlich auch zum Pflichtprogramm dazu

Aber auch so ist Seattle eine geniale Großstadt, die mit ihrer Lage am Puget Sound ein unglaublich entspanntes Lebensgefühl ausstrahlt. Wirklich heruntergekommene Viertel haben wir nicht gesehen, die ganze Stadt ist extrem sauber, ich habe mich nirgends unwohl gefühlt. Beim nächsten Mal an der Westküste steht dann aber wohl nochmal eine genauere Erkundung an 🙂

Seattle Waterfront
Ein letzter Blick auf den Puget Sound


Unterkunft zur Columbia City Station: 1,2 Meilen / 2 Kilometer
Zu Fuß quer durch Downtown Seattle: 4,3 Meilen / 7 Kilometer
Columbia City Station zur Unterkunft: 1,2 Meilen / 2 Kilometer

Michael

Hallo, ich bin Michael. Wenn ich nicht im Alltag mit Statistiken und Zahlen jongliere genieße ich es, die Welt zu erkunden.

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