SEA-FRA: Zurück nach Hause

Von Michael

Zeit für den Rückflug. Wie schon mehrmals beschrieben bin ich absolut kein Fan vom Fliegen. Dabei geht es mir gar nicht um das Starten, Landen oder Fliegen selbst, sondern um das ganze Prozedere drumherum, vom Check-In über die Sicherheitskontrollen bis zu den unsinnigen Vorschriften zu Flüssigkeiten an Bord, die Unmengen an Zeit und Nerven kosten. Aber gut, stehen wir eben um 5 Uhr auf, um viereinhalb Stunden später in einem Flugzeug zu sitzen, dass genau die gleiche Zeit braucht, um uns nach Detroit zu bringen 😉

Als wir letztes Jahr von Las Vegas aus zurück nach Hause geflogen sind war die Logistik extrem umständlich, da zwischen Parkhaus und Hotelzimmer mindestens ein Kilometer Weg lag. Diesmal parkt das gestern schon entrümpelte und ausgefegte Auto direkt vor der Tür und wir verabschieden uns nach einem kurzen Frühstück schon um 6 Uhr von unserer lieb gewonnenen letzten Unterkunft in Columbia City. Auch wenn wir unserer Gastgeberin Elena in den anderthalb Tagen nicht begegnet sind, haben wir uns sehr wohl gefühlt.

Abschied nehmen vom treuen Begleiter

Den Rückweg zum Rental Car Center am Flughafen kennen wir schon ausgiebig und kommen noch vor dem morgendlichen Berufsverkehr an. Die Rückgabe des Autos ist kein Problem, der Mitarbeiter von Alamo checkt den Wagen kurz oberflächlich und schon müssen wir unser treues Gefährt zurücklassen. Nach mittlerweile zwei Roadtrips im Jeep Patriot/Compass bin ich immer noch sehr angetan von diesem Modell: Er ist groß genug für unser Gepäck und drei Personen, gleichzeitig kein riesiges Schlachtschiff wie viele der anderen SUVs, die zur Wahl gestanden hätten. Am Fahrkomfort war nichts auszusetzen und auch der Verbrauch hielt sich (zumindest für US-Verhältnisse) im Rahmen.

Rückflug Jeep
Gerne auch ein drittes Mal 🙂

Mit dem Bus geht es zum Abflugterminal. Wie schon bei der Ankunft vor drei Wochen geht es entspannt zu und von der Hektik, die man von Los Angeles oder Las Vegas kennt, ist nichts zu sehen. Sobald wir das Gepäck los sind gönnen wir uns noch ein letztes Mal Pancakes mit Sirup vom Diner, spazieren ohne Hektik durch die Sicherheitskontrollen und sitzen im Flieger nach Detroit, der auch pünktlich startet. (Keine Ahnung, ob mein negativer Eindruck aus Las Vegas vom letzten Jahr repräsentativ ist, aber von der Sortiertheit, mit der man in Seattle ans Werk geht, könnte man sich sicher eine Scheibe abschneiden)

Rückflug: SEA – DTW – FRA in 15 Stunden

Auf dem Flug nach Detroit sitze ich am Fenster und kann nochmal den Großteil Landschaft der letzten Tage aus der Vogelperspektive sehen: Wir überqueren die Cascade Mountains, ich werfe einen letzten Blick auf den Mount Rainier, dann geht es über den Osten Washingtons bevor wir bei Coeur d’Alene über die auch aus der Luft grandiosen Gipfel der Rocky Mountains fliegen.  Nach der eintönigeren Landschaft der Dakotas, Minnesotas und Wisconsins überqueren wir den Lake Michigan und den südlichen Teil Michigans, bevor wir pünktlich in Detroit aufsetzen.

Vor dem Weiterflug nach Frankfurt bleiben etwa drei Stunden und wir erkunden das Terminal auf der Suche nach etwas Essbarem. Das McNamara Terminal in Detroit ist eine meilenlange Halle, die noch ein kleines Highlight zum Zeitvertreib bietet: Einen fahrerlosen Expresszug, der auf der oberen Ebene zwischen den beiden Enden des Terminals pendelt. Alleine damit lässt sich schon eine halbe Stunde Zeit totschlagen.

Der Transatlantikflug ist dann ziemlich ereignislos, dank Beinfreiheit schlafe ich sogar zwischendurch ein Stündchen. Den Rest der Zeit vertreibe ich mir mit Der Hobbit Teil 1-3 und „Pasta or Chicken?“ in brauchbarer Qualität. Wir landen 9:45 Uhr Ortszeit in Frankfurt, diesmal kommen sogar alle Koffer kurz nach uns an und wir steuern nach der Passkontrolle den Fernbahnhof an, wo wir als letzte gute Tat noch ein US-amerikanisches Pärchen durch die Tücken des deutschen Tarif-Dschungels lotsen.

Mit dem ICE geht es ohne Umsteigen oder Zwischenfälle in 4,5 Stunden zurück in die schönste Stadt Sachsens 🙂

Auspacken & Jetlag

Den Hauptfehler des letzten Jahres haben wir vermieden: Es ist Freitag und das Wochenende steht vor der Tür, viel Zeit also, Wäscheberge und den Jetlag abzubauen. Zumindest für mich klappt dieses Jahr die Eingewöhnung an den normalen Zeitrhythmus ohne Probleme und schon Samstags bin ich wieder fit und voller Tatendrang.

  • Was sich trotzdem nicht vermeiden lässt, ist die Irritation bei ein paar alltäglichen Punkten:
  • Ich bremse mich mehrmals, als ich mit dem Fahrrad an roten Ampeln rechts abbiegen will… Uppsi
  • Die Verkäuferin am Bäcker schaut mich verständnislos an, als ich meine Samstagsbrötchen mit Karte bezahlen will
  • Im Supermarkt wird gerempelt und geschubst, aber keiner sagt „X’cuse me!“
  • Die Kassiererin beäugt mich seltsam, als ich ihr einen schönen Tag wünsche. Gut, vielleicht habe ich sie vorher auf Englisch angesprochen 😉

Egal. Auch nach zwei Ausflügen auf den nordamerikanischen Kontinent bleibt Gelegenheit und Grund genug, bald eine dritte Tour anzuhängen.



Unterkunft zum SeaTac Airport: 8,7 Meilen / 14 Kilometer
Seattle/Tacoma SEA über Detroit DTW nach Franfurt/Main FRA: insgesamt 15:00 h
Frankfurt Flughafen nach Leipzig Hbf: 4:31 h

Michael

Hallo, ich bin Michael. Wenn ich nicht im Alltag mit Statistiken und Zahlen jongliere genieße ich es, die Welt zu erkunden.

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