Mit dem Mietwagen unterwegs in den USA

Von Michael

Wer bei seiner Reise in die USA mehr sehen will als die Stadt, in der man aus dem Flugzeug steigt, kommt um einen Mietwagen kaum herum. Auch wenn der Gedanke an das Fahren in fremder Umgebung und die riesigen Distanzen vielleicht zuerst abschreckend erscheint, ist das Autofahren in den USA viel entspannter als in Deutschland. Auch wenn für uns das Autofahren nie Selbstzweck war gibt es auf den meisten Strecken viel zu sehen und wir haben die Freiheit genossen, zeitlich und bezogen auf die Strecke flexibel zu sein. In diesem Beitrag findest du die wichtigsten Tipps und Hinweise zum Thema Mietwagenbuchung in den USA.

Mietwagen
Größe ist nicht alles…
Generelles zur Buchung

Beim Thema Mietwagen ist es sinnvoll, schon von Deutschland aus zu buchen. Verglichen mit der Buchung am Flughafen spart man bis zu 25%, aber viel wichtiger: Bei der Buchung über eines der deutschen Portale kann man sicher sein, dass der in Deutschland gewohnte gesetzliche Standard bei den Verbraucherrechten eingehalten wird.

Wir haben uns für unsere Reise in den Südwesten der USA für rentalcars.com entschieden, eines der zahllosen Portale, die die einzelnen Anbieter bündeln. Unser Anbieter vor Ort war dann Alamo, der generell gut bewertet wurde. Auch wenn man pausenlos aufgefordert wird, wegen des knapp werdenden Angebots schnell zu buchen, haben sich die Preise und das Angebot in unserem Fall über Monate kaum bewegt. Gebucht haben wir erst einen knappen Monat vor Abflug. Für 19 Tage haben wir 860 EUR gezahlt.

Für unsere Tour durch British Columbia, Alberta und den pazifischen Nordwesten haben wir direkt bei Alamo Deutschland gebucht und mit einem der regelmäßigen Rabatte gut 20% sparen können. Außerdem waren Zusatzfahrer und erweiterte Versicherung mit im Paket. Vergleichen lohnt sich in jedem Fall. Außerdem ist uns aufgefallen, dass die Preise für identische Mietwagen in Kanada rund 200 EUR über denen in den USA liegen. Für 22 Tage zahlen wir rund 730 EUR.

Kategorien und Ausstattung

Die einzige wirklich grundsätzliche Entscheidung ist die Fahrzeugkategorie: von Kleinwagen über Kompaktklasse zum SUV kann man je nach Anbieter aus bis zu zehn Klassen wählen. Mit angegeben ist immer ein Referenzmodell, das aber nur als Beispiel zu sehen ist. Die Auswahl des Autos ergibt sich bei der Abholung, siehe weiter unter.

Mietwagen in den USA haben immer Automatikgetriebe, woran man sich aber schnell gewöhnt. Verbunden mit dem ebenfalls üblichen Tempomat fährt man so bequem wie von der Wohnzimmercouch aus. Auch beim Treibstoff gibt es keine Auswahl, alle Mietwagen fahren mit Normalbenzin (87 Oktan). Leider nicht so verbreitet ist der USB-Anschluss bei der Bordelektronik. Wer auf Nummer sicher gehen will und nicht drei Wochen lang Lokalradio oder Rauschen hören möchte, brennt sich seine Playlist also lieber auf CD.

Mietwagen
Mit Automatik und Tempomat bleibt für den Fahrer wenig zu tun. Oft nicht mal lenken 🙂
Versicherungsschutz

Es gibt zwar auch in den USA eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung (Collision Damage Waiver, CDW), die aber nur eine Höchstsumme von 20 000 $ umfasst. Diese deckt meist auch nur Schäden am Mietwagen selbst ab und es bleibt eine saftige Selbstbeteiligung. Empfehlenswert ist also auf jeden Fall, die erweiterte Versicherung (Extended Coverage) mit einer Mindestdeckungssumme von 1 000 000 $ dazu zu buchen. Bei der Buchung über die deutschen Buchungsportale ist diese immer schon eingeschlossen. Wer jedoch direkt auf den Seiten der einzelnen Mietwagenanbieter bucht, bekommt standardmäßig immer die günstigste Rate ausgewiesen.

Mietwagen
Schotterpisten sind eigentlich nicht erlaubt, aber manchmal nicht vermeidbar

Ebenfalls wichtig: Beim Verstoß gegen die Mietbedingungen erlischt der Versicherungsschutz auf der Stelle. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Fahrten auf unbefestigten Straßen und auf gewissen Strecken im kanadischen Norden, das Überqueren der Grenze nach Mexiko (Kanada ist kein Problem). Auch wenn ein nicht angemeldeter Fahrer am Steuer saß, zahlt die Versicherung nicht.

Zusatzfahrer und Zusatzleistungen

Wegen der großen Distanzen empfiehlt es sich, (mindestens) einen Zusatzfahrer anzugeben. Für alle in California ausgeliehenen Wagen sind laut Staatsgesetz alle Zusatzfahrer kostenfrei. In einigen anderen Bundesstaaten kann man zumindest den Ehepartner/die Ehepartnerin kostenfrei als Zusatzfahrer eintragen, ansonsten wird ein je nach Anbieter mehr oder weniger saftiger Aufschlag fällig. Beim Anbieter Alamo finden sich aber immer wieder Sonderangebote, die einen Zusatzfahrer beinhalten. Warten und vergleichen lohnt sich hier wirklich.

Weitere Extras, zum Beispiel ein Navigationsgerät, sind selten nötig und meistens überteuert. Man sollte sich darauf einstellen, am Mietwagenschalter wortreich und überaus freundlich von deren Vorzügen überzeugt zu werden, die Angestellten sind explizit geschult, möglichst viele Zusatzleistungen an den Kunden zu bringen.

Ein geliehenes Navigationsgerät schlägt mit rund 10 $ pro Tag zu Buche, für eine zweiwöchige Reise kann man sich dafür locker ein eigenes kaufen (US-Kartenmaterial nicht vergessen!). Die noch bessere Variante: Navigation per Smartphone. Die Karten für die entsprechenden Regionen am besten schon vorher in Deutschland herunterladen, so ist man per GPS immer navigationsfähig und nicht einmal aufs Handynetz angewiesen.

Wer mit Kindern unterwegs ist sollte sich über die gesetzlichen Bestimmungen zu Kindersitzen informieren, aber auch hier kann es sich lohnen, vor Ort einen Kindersitz zu kaufen statt zu leihen.

Einwegmiete

Nicht immer geben es Zeit und Route her, den Mietwagen am Ausgangspunkt der Reise auch wieder abgeben. Hier wird das Thema Einwegmiete interessant.

Es ist meistens möglich, den Mietwagen an einer anderen Station wieder abzugeben, allerdings sind die Regeln wenig transparent und selten logisch. In der Regel kann man mit einem Zuschlag von 200 bis 300 $ auf den Mietpreis rechnen, der vor Ort am Schalter zu zahlen ist.

Mietwagen
Für uns war es optimal, den Wagen in San Jose abzuholen und in Las Vegas abzugeben. Ein Einwegzuschlag wurde nicht fällig.

Die Rückgabe an einer anderen Mietwagenstation im selben Bundesstaat ist normalerweise kostenlos. Außerdem wird (mit Sicherheit kann ich das nur für Alamo sagen) zwischen California und Nevada und auf den sehr gefragten Strecken LA-Denver sowie Seattle-San Francisco keine Einweggebühr fällig. Um nicht mehrmals die gleiche Strecke abfahren zu müssen, kann die Einwegmiete verbunden mit einem Gabelflug also eine gute Option sein.

Nicht möglich ist die Einwegmiete über Ländergrenzen hinweg, ein in den USA geliehener Wagen kann nicht in Kanada abgegeben werden und umgekehrt.

Mietwagen vor Ort abholen

Im Mietwagencenter am Flughafen steht zuerst der Gang zum (hoffentlich besetzten) Schalter an. Hier kann es zu geschäftigen Zeiten schon mal zu Wartezeiten von über einer halben Stunde kommen. Viele Anbieter bieten deshalb inzwischen die Möglichkeit an, schon vorab online einzuchecken und den Gang zum Schalter zu überspringen. In dem Fall müssen die vor Ort abgefragten Daten wie Führerscheinnummer, Notfallkontakt und natürlich gewünschte Extras 😉 online eingegeben werden und man erhält ein Bypass-Ticket, mit dem man direkt zum Parkdeck mit den Autos gehen kann.

Hier kommt der schöne Teil: Die Choiceline. Wie oben erwähnt bucht man kein spezielles Modell, sondern nur eine Wagenklasse. Aus den Wagen der Klasse, die vor Ort stehen, sucht man sich dann sein Wunschmodell aus. Je nach Größe der Station kann es aber auch passieren, dass sich die Auswahl auf ein Modell beschränkt. Den Fall hatten wir 2015 in San Jose, allerdings waren wir mit unserem Jeep Patriot absolut glücklich.

Da der Schlüssel immer schon steckt, heißt es jetzt nur noch Koffer in den Kofferraum, zur Schranke fahren, Wagen scannen lassen und sich im laufenden Betrieb an den Straßenverkehr à la USA gewöhnen.

Mehr dazu findest du im nächsten Beitrag.

Michael

Hallo, ich bin Michael. Wenn ich nicht im Alltag mit Statistiken und Zahlen jongliere genieße ich es, die Welt zu erkunden.

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