Zurück nach Glasgow, Rückflug und Fazit

Von Michael

Zwei Wochen sind vorbei und heute steht schon der Rückflug an. Es bleibt nicht einmal mehr Zeit, auszuschlafen, da wir schon um 8 Uhr im Bus nach Glasgow sitzen müssen. Das Frühstück fällt deswegen heute leider aus, wir finden am Grassmarket aber zum Glück noch einen Kaffee für unterwegs, bevor wir auf dem Weg zum Busbahnhof mit unserem Gepäck die noch menschenleere Altstadt durchqueren.

Die knapp 90 Kilometer nach Glasgow fahren wir komplett über gut ausgebaute Autobahnen, die Strecke zwischen den beiden schottischen Metropolen ist eine der bestausgebauten des Landes. Nach knapp eineinhalb Stunden und mehreren Stopps entlang der Autobahn erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Tour, die Buchanan Bus Station im Zentrum von Glasgow. Wir haben hier noch eine halbe Stunde Zeit, bis der Bus zum Flughafen abfährt und nutzen die Zeit, unser übriges Bargeld sinnvoll zu investieren. Ich decke mich mit Cheddar ein und finde sogar abgepacktes Haggis, von dem ich mir zwei Portionen mit nach Hause nehme.

[Nachtrag: Geschmacklich war es top und nicht von dem im Restaurant zu unterscheiden, generell scheint es dort eh nur in den wenigsten Fällen hausgemachtes Haggis zu geben]

Um unsere Wanderrucksäcke als Sperrgepäck aufgeben zu können müssen wir zwar ein wenig nach dem richtigen Schalter suchen, ansonsten ist der Flughafen in Glasgow übersichtlich und vom Check-in bis zum Boarding gibt es keine Probleme. Inklusive Zeitumstellung landen wir nach einem ereignislosen Flug um 15:30 Uhr in Düsseldorf, müssen hier aber noch vier Stunden auf den Anschluss nach Leipzig warten. Dazu kommt am Ende noch eine knappe Stunde Verspätung, bis der Flieger endlich startbereit auf dem Rollfeld steht. Im Nachgang hätte man in der gleichen Zeit auch mit dem ICE fahren können… aber das ist eben der Preis, wenn man unbedingt vor der Haustüre abfliegen möchte 😐

Gegen 22 Uhr sind wir aber dann endlich zurück, früh genug um den Urlaub noch mit einem Bierchen auf dem Balkon offiziell ausklingen zu lassen 🙂

Storr Fazit



Edinburgh nach Glasgow Airport: 90 Kilometer
Rückflug über Düsseldorf DUS nach Leipzig LEJ: gut 7 h

Fazit

In der Summe war die Tour ein echter Traum und ich bin immer noch geflasht von den unzähligen Eindrücken:

Unsere Route konnten wir ohne richtige Probleme abarbeiten, die Ziele waren allesamt lohnend und wir konnten Eindrücke mitnehmen, die locker die Zeit bis zum nächsten Urlaub überbrücken. Trotz dem Angewiesen sein auf feste Busverbindungen hatten wir nie das Gefühl, nicht ausreichend mobil zu sein. Alle Ecken, die uns interessiert haben, konnten wir am Ende auch gut erreichen. Allerdings ist der Vorbereitungsaufwand (Organisieren und Abstimmen von Fahrplänen) für diese Art der Fortbewegung enorm.

Die Route war im Rückblick perfekt ausgesucht: Wir hatten gute Abwechslung zwischen Stadt und Land, Tagen auf Tour und solchen ohne Ortswechsel zum Entspannen. Neben allem Sightseeing und Abklappern von Zielen war uns wichtig, auch der Seele genug Gelegenheit zum Baumeln zu geben. Hat funktioniert, schon nach zwei Tagen war ich komplett aus dem Alltagstrott heraus.

Landschaftliche Highlights waren natürlich Skye, wo wir jeder Ort ein komplett anderes Bild geboten hat. Auch die Entscheidung, die äußeren Hebriden mitzunehmen, war goldrichtig. Bei Gelegenheit will ich unbedingt noch die übrigen Inseln besuchen, die abgelegene Ecke hat es mir ziemlich angetan. In der zweiten Hälfte der Tour hätten wir vielleicht etwas mehr Mut bei der Tourplanung haben sollen. Das hätte uns einen zusätzlichen Tag in Edinburgh am Ende beschert, den wir nun leider ohne richtiges Programm in Ullapool zugebracht haben. In Edinburgh wäre die Zeit besser investiert gewesen. Aber auch Glasgow zu Beginn hat unsere (niedrigen) Erwartungen weit übertroffen. Hier kann man sich locker zwei Tage in Museen, Denkmälern und Parks verlieren.

Ein paar Punkte, die ich mitgenommen habe:
  • Je ländlicher die Gegend, umso herzlicher die Menschen. Aber generell sind wir in zwei Wochen auf keinen einzigen unfreundlichen Menschen getroffen. Man hilft sich und zeigt besonders in abgelegenen Gegenden ein Grundvertrauen in die Gemeinschaft. Auf die Idee, Türen abzuschließen oder sich um sein Eigentum zu sorgen, kommt hier niemand. Wir haben uns dieser positiven Einstellung schnell angeschlossen 🙂
  • Der schottische Nahverkehr ist perfekt ausgebaut, tadellos pünktlich und lächerlich preiswert.
  • Die schottische Küche ist deutlich besser als ihr Ruf (ok, Vegetarier werden es etwas schwerer haben).
  • Sich an den Linksverkehr zu gewöhnen dauert ein paar Tage. Ich bin anfangs jedes Mal, wenn uns jemand mitnehmen wollte, instinktiv auf der Fahrerseite eingestiegen. In der Praxis spielt es dann aber keine Rolle mehr, weil außerhalb der Städte sowieso nur Single Track Roads existieren.
  • Sich zurück in Deutschland wieder an den Rechtsverkehr zu gewöhnen dauert länger. In der Woche nach der Reise wäre ich zweimal um ein Haar von Autos erwischt worden, weil ich nur mit Verkehr aus der anderen Richtung gerechnet hätte… Upps 😀

Kurz und gut: Ich werde wohl wiederkommen müssen. Mehr als einmal. Außer den Hebriden gibt es noch genug Ecken, die wir nicht einmal gestreift haben, zum Beispiel Argyll im Südwesten, die Ostküste um Aberdeen und auch den kompletten Bereich nordöstlich von Ullapool inklusive der Orkneys und der Shetlands.

Storr Fazit
Ein Gruppenbild zum Abschluss
Michael

Hallo, ich bin Michael. Wenn ich nicht im Alltag mit Statistiken und Zahlen jongliere genieße ich es, die Welt zu erkunden.

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