Kurzurlaub: 4 Tage Barcelona im November

Von Michael
Dieser Post ist Teil der Serie Kurztrip Barcelona
Diese Stadt ist eine Hexe. Sie setzt sich einem auf der Haut fest und nimmt einem die Seele, ohne dass man es überhaupt merkt.Carlos Ruiz Zafón

Wer möglichst viele Feiertage in Anspruch nehmen möchte ist bekanntlich gut beraten, in Bayern oder Baden-Württemberg zu wohnen. Eine der wenigen Ausnahmen ist aber der Buß- und Bettag, in dessen Genuss ich als Bewohner des Freistaats Sachsen jeden dritten Mittwoch im November komme.

Zum Büßen besteht kein konkreterer Anlass als sonst und da der Winter in Leipzig diesmal schon Anfang Oktober zum ersten Mal zugeschlagen hat, entsteht die Idee, zusammen mit fünf Freunden ein langes Wochenende von Samstag bis Mittwoch im warmen und sonnigen Süden zu verbringen. Auf den letzten Metern gibt es leider noch einen grippebedingten Verlust, deswegen fliegen wir am Ende nur zu fünft.

Mich hat Barcelona schon bei einem früheren Besuch mit seinen prächtigen Jugendstil-Bauten, den engen Gassen und dem modernen, aber mediterran-entspannten Lebensgefühl beeindruckt. Deshalb bin ich jetzt gespannt, wie sich die Stadt im Herbst präsentiert.

Hier findest du ein paar persönliche Tipps für Barcelona und ein paar Empfehlungen zu Unterkunft und Essen vor Ort.

Anreise

Günstige Flüge nach Barcelona findet man von allen größeren deutschen Flughäfen aus. Für uns war Berlin Schönefeld als Startflughafen die günstigste Wahl, mit easyjet sind wir in zweieinhalb Stunden in Barcelona El Prat. Auf dem Rückflug war der spanische Billigflieger Vueling die günstigere Wahl, wir kommen deshalb statt in Schönefeld in Tegel an.

Für beide Strecken kostet Aufgabegepäck zwar extra, neben unserem Handgepäck brauchen wir aber nur zwei Koffer, die wir uns teilen.

Vom Flughafen El Prat fahren im Fünf-Minuten-Takt Busse von Aerobús in Richtung Innenstadt, die unter anderem an der Plaça d’Espanya und der Plaça de Catalunya halten. In nur 20 Minuten kommt man so entspannt und günstig ins Stadtzentrum, für Hin- und Rückfahrt zahlt man 10,20 €. (Update: Seit Februar 2016 ist der Flughafen auch per Metro an die Stadt angebunden)

Unterkunft

Barcelona strotzt nur so vor Unterkünften in allen Preisklassen. Da wir eine große Gruppe sind entscheiden wir uns für AirBnB, wo wir eine komplett ausgestattete Wohnung in nur 5 Minuten Entfernung von der Plaça d’Espanya finden.

Wir haben vier Schlafzimmer und zwei Badezimmer zur Verfügung, dazu eine voll ausgestattete Küche und einen großen Wohn-/Essbereich mit Balkon. Die Wohnung ist dank vieler netter kleiner Details sehr gemütlich und wir vermissen nichts. Pro Person und Nacht zahlen wir runde 25 €.

Im Umkreis gibt es mehrere kleine Lebensmittelläden, viele kleine Restaurants und an der Plaça d’Espanya für alles Weitere das riesige Einkaufszentrum Arenas de Barcelona in einer ehemaligen Stierkampfarena. Dank der zentralen Lage brauchen wir zum Montjuïc nur 5 Minuten, bis zu den Ramblas sind es gut 20 Minuten zu Fuß.

Metro und Nahverkehr

In Barcelona unterwegs zu sein ist überhaupt kein Problem. Das U-Bahnnetz ist ausgezeichnet und durchzieht die komplette Stadt. So gut wie alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte haben eine U-Bahnstation in unmittelbarer Nähe. Dazu kommt ein dichtes Netz von Buslinien, die die letzten weißen Flecken der Karte erschließen.

Wer mehr als einen Tag in der Stadt ist, der ist wahrscheinlich mit der BCN TravelCard am besten beraten, die es mit Gültigkeit von einem bis zu vier Tagen gibt und die eine unbegrenzte Zahl von Fahrten erlaubt. Alternativ kostet die Einzelfahrt 2,15 €.

Noch ein Tipp für die, die wenig Zeit haben und sich nicht von Touristenmassen abschrecken lassen: Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten werden von drei Buslinien der Bus Turístic angefahren. Man kann mit dem Tagesticket an jeder Station aus- und wieder einsteigen und bekommt an Bord per Audioguide Informationen zu jeder Sehenswürdigkeit. Wir haben uns diesmal dagegen entschieden, weil wir mehr als genug Zeit in der Stadt hatten und lieber auf eigene Faust erkunden wollten.

Unterwegs in der Stadt

Für unsere vier Tage in der Stadt haben wir uns keine großen Pläne gemacht. Das Motto ist einfach abschalten und die Sonne genießen. Wir sind den Großteil der Tage in der Stadt unterwegs, für das Abendessen kochen wir selbst in der Wohnung.

Apropos Sonne: Im späten November haben wir durchgängig um die 20°C, blauen Himmel und Sonnenschein. Ein größerer Kontrast zum verregneten Deutschland ist kaum möglich. Mit T-Shirt und Sonnenbrille fallen wir im Straßenbild trotzdem auf, die Einheimischen laufen trotz Wärme mit typischer Herbstkleidung durch die Straßen. Ein paar mal sehen wir sogar Leute, die mit Winterjacke, Schal und Handschuhen auch für den nordeuropäischen Winter warm angezogen wären. Scheinbar ist Temperaturempfinden wirklich subjektiv.

Zur Stadt selbst muss ich nicht viel sagen: Die Lage Barcelonas zwischen Mittelmeer und der Bergkette im Hintergrund ist einmalig. Auch im Herbst wirkt die Stadt sommerlich und einladend, auf den Plätzen und in den Gassen der Altstadt sind verglichen mit dem Sommer viel weniger Touristen, dafür umso mehr Einheimische unterwegs. Ich stelle auch dieses Mal wieder fest, dass man hier mit dem eigenen Schul-Spanisch nicht weit kommt, fast alle hier sprechen Catalàn. In Schriftform sieht vieles noch ähnlich aus, aber gesprochen versteht man nur noch… äh… Spanisch.

In der Summe war der Kurzurlaub eine super Gelegenheit, dem deutschen Winter kurz zu entkommen und Sonne zu tanken.

Essen

Frühstück – In Barcelona gehört das Frühstück zum öffentlichen Leben. Deshalb findet man an allen Ecken kleine Bars, Bäckereien, deren Auslagen vor Croissants und süßem Gebäck überquellen und Cafés. Besonders um den Mercat de Sant Antoni findet man grandiose Croissants, die mit einem Kaffee für unterwegs keine Wünsche offen lassen.

Bacoa – Der Trend zu individuellen Burgern macht auch vor Barcelona nicht halt. Direkt um die Ecke von der Plaça Reial sind wir über diese Hamburguesería gestolpert. Neben Burgern aus 100% Bio-Rind gibt es auch feine vegetarische und vegane Burger. Bestellt wird mit Bleistift und Papier, der Burger wird dann nach Wunsch frisch zusammengebaut. War gut 🙂

Barraval – Barcelona zu besuchen ohne mindestens einmal Tapas zu essen geht natürlich gar nicht. Hier am Nordende der Rambla del Raval bekommt man sie in moderner Umgebung und neu interpretiert (zum Beispiel Patatas Bravas mit Wasabi). Sehr lecker, auch das Personal war extrem freundlich. Vor der Tür steht man unerwartet vor El Gat del Raval, der riesigen Bronze-Katze des Künstlers Fernando Botero. Im Dunkeln ein wenig gruselig 😉

Im nächsten Beitrag findet ihr meine Liste der Dinge, die man meiner Meinung nach in Barcelona gesehen und gemacht haben muss.

Michael

Hallo, ich bin Michael. Wenn ich nicht im Alltag mit Statistiken und Zahlen jongliere genieße ich es, die Welt zu erkunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.