Mit Rucksack, Bus und Fähre – Backpacking in Schottland 2013

Von Michael

Die Klischees über die Arbeitsbelastung von Studierenden sind endlos, aber für uns steht zu Beginn des Jahres 2013 fest: Urlaub muss her. Da Christopher, Nico und ich alle im Frühsommer unsere Masterarbeiten abgeben wollen, steht schnell fest, dass wir uns danach gemeinsam eine Auszeit gönnen wollen.

Christopher als Whiskyliebhaber und Nico als Naturfreund sind sich schnell einig, dass die schottischen Highlands ein perfektes Ziel abgeben würden und mich brauchen sie auch nicht lange zu überzeugen, bis ich auf die Idee aufspringe.

Der Plan

Konsens ist, dass wir in erster Linie die Landschaft und Natur erleben wollen. Außerdem sind wir alle drei als Studierende im Alltag recht sparsam unterwegs und legen keinen Wert auf luxuriöse Unterkünfte (Leisten könnten wir sie uns auch nur bedingt). Wo es geht versuchen wir deshalb in Hostels unterzukommen. Da uns auch die Schotten und ihre Mentalität generell gut gefallen wollen wir auch hier und da in einem klassischen Bed & Breakfast unterkommen, also Gästezimmer in normalen Wohnhäusern, die im Sommer von den Eigentümern an Besucher vermietet werden. Dadurch hat man direkten Kontakt, außerdem gilt die Faustregel, dass sowohl Herzlichkeit als auch die Portionsgrößen beim im Preis inklusiven Scottish Breakfast zunehmen, je weiter man sich von der Zivilisation entfernt 🙂

Vorbereitung

Unseren Flug buchen wir im Februar. Wir finden gute Verbindungen der Lufthansa von Leipzig nach Glasgow mit Zwischenlandung in Düsseldorf und zahlen pro Person 178 EUR.

Schottland ist zwar nicht sehr groß, aber in den nördlichen Regionen faszinierend menschenleer. Wir überlegen zunächst, uns einen Mietwagen zu nehmen, kommen aber dann auf die verwegene Idee, zur Fortbewegung das überraschend weitreichende Busnetz zu nutzen. Für längere Verbindungen greifen wir auf die großen Anbieter Scottish City Link und Megabus zurück, die bei rechtzeitiger Buchung lächerlich günstig sind (Für die Verbindung Inverness – Edinburgh zahlen wir pro Person 1 £. WiFi an Bord ist natürlich Standard). Die kürzeren Strecken sind mühsamer, da wir auf die Fahrpläne der einzelnen lokalen Busunternehmen zugreifen müssen, die im Auftrag der Kommunen die Erreichbarkeit der entlegenen Gemeinden sicherstellen. Der Stapel an ausgedruckten Fahrplänen wächst und die Köpfe rauchen 🙂

Da unsere Route weitgehend starr ist kümmern wir uns auch um einen Großteil der Unterkünfte vorab. Unsere Horrorvorstellung ist, in einem wunderschönen, aber kleinen Nest am Ende der Welt ohne Unterkunft dazustehen. Wir achten dabei auf eine gute Mischung von Hostels und privaten Bed & Brekfast-Unterkünften, die auch immer Kontakt zu Einheimischen versprechen.

Ausgaben vorab:
Flüge (pro Person) 178,00 €
Reisekrankenversicherung (pro Person) 17,00€
Unsere Route

Die Highlands per Bus zu erkunden setzt zwangsläufig eine gute Vorbereitung und (in gewissem Maß) den Verzicht auf Spontanität voraus. Besonders an Sonntagen werden manche Busverbindungen nicht oder maximal einmal täglich bedient, in den Highlands gibt es darüber hinaus Orte, die sogar nur alle zwei oder drei Tage angefahren werden. Wichtig für uns ist auch ein guter Wechsel zwischen Tagen, an denen wir größere Strecken absolvieren und Tagen, an denen wir die Unterkunft nicht wechseln und spontan unser Programm entscheiden können.

Wir tun uns zu Anfang wirklich schwer, aus der Masse von Highlights und Regionen eine Route zu zimmern: Als Pflichtziele stehen eigentlich nur die Insel Skye, Glasgow und Edinburgh fest. Auf meinen Vorschlag kommt ein Abstecher auf die äußeren Hebriden dazu, außerdem steuern wir noch die Westküste der Highlands und Loch Ness an. Außen vor bleiben Argyll, Oban, die Insel Islay und der Whisky Trail in Speyside. Man muss sich ja noch etwas für die Folgejahre aufheben 🙂

Mein Schreibtisch ist zwischenzeitlich ein Dickicht von Busfahrplänen und Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Orte. Nach langem Überlegen steht dann im März unsere Route:



  • Glasgow
  • Über Loch Lomond, Glen Coe und Fort William nach Skye
  • Skye (4 Nächte)
  • Per Fähre zu den Äußeren Hebriden (Isle of Lewis and Harris, 2 Nächte)
  • Zurück aufs Festland nach Ullapool
  • Gairloch und Umgebung (2 Nächte)
  • Inverness und Loch Ness (2 Nächte)
  • Edinburgh (2 Nächte)
  • Rückflug von Glasgow

Wir sind generell vorsichtig, da wir die Verlässlichkeit der Busse nicht einschätzen können und haben ein paar Notfall-Zeitpuffer eingeplant. Wegen der dünnen Taktung der Fahrpläne in den ländlichen Highlands und an Sonntagen bleiben aber ein paar kritische Verbindungen in unserer Route, die wir möglichst nicht verpassen sollten.

Los gehts!
Michael

Hallo, ich bin Michael. Wenn ich nicht im Alltag mit Statistiken und Zahlen jongliere genieße ich es, die Welt zu erkunden.

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